gerlindes-welt - Die Zeugen des Buches Mormon
   
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Zeugen für das Buch Mormon

 

Als Vorwort einer jeden Ausgabe des Buches Mormon befinden sich Aussagen von Männern, die behauptet hatten, mit EIGENEN AUGEN die goldenen Platten gesehen, bzw. berührt zu haben.

David Whitmer, Martin Harris und Oliver Cowdery bezeugen, dass sie:

 

„die Gravierungen gesehen haben, die auf den Platten sind; und sie sind uns durch die Macht Gottes und nicht der Menschen gezeigt worden. Und wir verkünden feierlich, dass ein Engel Gottes vom Himmel herabkam, und er brachte und legte vor unsere Augen und so erblickten wir und sahen die Platten und die Gravierungen darauf; und wir wissen, dass wir durch die Gnade Gottes, des Vaters und unseren Herrn Jesus Christus geschaut haben, und geben Zeugnis, dass es war ist. (...) Doch hat uns die Stimme des Herrn geboten, dies zu bezeugen...“ (Quelle: Buch Mormon, Ausgabe 2007, S. vii)

 

Später gaben acht weitere Zeugen, Christian Whitmer, Jacob Whitmer, Peter Whitmer Jun, Hiram Page, Joseph Smith Sen., Hyrum Smith und Samuel H. Smith ebenfalls ein Zeugnis ab, welches eine ähnliche Aussage hat.

Die Mormonen behaupteten immer, dass ALLE Zeugen, obwohl viele von ihnen die Mormonen ganz oder zeitweilig verließen, NIEMALS dieses Zeugnis geleugnet hatten.

Aber stimmt das?

Schauen wir uns dazu doch einmal die drei Zeugen etwas genauer an:

Oliver Cowdery

 

Oliver Cowdery, geboren am 3. Oktober 1806 in Wels, Vermont, gestorben in Richmond, Missouri am 3. März 1850, war zeitweilig ein enger Freund und Weggefährte Joseph Smiths, und wurde nicht nur als einer der drei Zeugen des Buches Mormon bekannt, sondern wurde, nachdem die Mormonenkirche am 6. April 1830 offiziell gegründet wurde, nach Joseph Smith als Ältester im melchizedekischen  Priestertum (Über die Entstehung und Entgegnung des mormonischen Priestertums später mehr) ordiniert.

Über das frühe Leben des Oliver Cowdery ist wenig bekannt, außer, das seine Eltern Mitglieder der Kongregationalistischen Kirche von Wells waren, und er mit zwanzig Jahren nach New York zog, wo seine älteren Brüder lebten, er dort als Verkaufsleiter (bis 1829) und als Grundschullehrer arbeitete, wo er Joseph Smith Sen. kennen lernte, der damals sein Vermieter war (er lebte bei ihm zur Untermiete), von dem er auch etwas über die Goldenen Platten erfuhr die Joseph Smith Jun. übersetzen sollte.

Oliver Cowdery ging nach Harmony, Pennsylvania, der Stadt, in dem Joseph Smith Jun. damals lebte, und beide sich am 5. April 1829 trafen. Zwei Tage später, am 7. April 1829, fungierte Oliver Cowdery als Schreiber für Joseph Smith, der ihm den Text diktierte, der später das Buch Mormon werden sollte.

In dieser Zeit der Übersetzungsarbeit sollen, so die Aussagen von Joseph Smith und Oliver Cowdery, beide mehrmals Besuch von Engeln gehabt haben, und sie von den Engeln (Johannes der Täufer, Petrus, Jakobus und Johannes) das Priestertum erhalten hätten. Zusammen mit Martin Harris und David Whitmer bezeugte Oliver Cowdery dann im Juni 1829, das ein Engel ihnen die Goldenen Platten zeigte, und ihnen sagte, das diese echt, und die Übersetzung richtig wäre.

Bei der Gründung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, so der offizielle Name der Mormonen, wurde Joseph Smith Jun. zum „Ersten Ältesten“, und Oliver Cowdery zum „Zweiten Ältesten“ ernannt, was ihn im juristischen Sinne zum Vizepräsidenten der Mormonen machte. Auf Grund der anhaltenden Verfolgungen der Mormonen in Missouri, wurde sein Verhältnis zu Sidney Rigdon, der ebenfalls einer der beiden Ratgeber Joseph Smiths war, erst im Jahre 1834 geklärt werden: Zunächst kam Oliver, dann Sidney in der Rangordnung der Ämter.

In den beginnenden Jahren der Kirchengeschichte (ab 1830) fungierte Oliver Cowdery vor allem als Herausgeber. So ist er für den Druck des Buches Mormon verantwortlich, das er persönlich überwachte, ebenso für das „Buch der Gebote“, welches später „Lehre und Bündnisse“ hieß, und eine Sammlung der Offenbarungen erhielt, die Joseph Smith Jun. tätigte. Er gab eine Kirchenzeitschrift heraus, und diente Joseph Smith weiterhin als Schreiber bei der „Übersetzung“ der Bibel. In den folgenden Jahren bewies Oliver seine Fähigkeiten als Prediger, Autor und Verwaltungsfachmann.

Von der Kirtland Safety Society Bank, die im Jahr 1837 von der Kirche gegründet wurde, war er für die Gelddruckplatten verantwortlich. Kurz darauf wurde er Präsident der Bank of Monroe, die von den Mormonen aufgekauft wurde, um die Kirtlandbank zu unterstützen. Beiden Banken gingen jedoch auf Grund von Manipulationen und Habgier von Joseph Smith und anderen imMärz1838 Bankrott, wie diese Aussage aufzeigt:

 

„An den Bischof & seinen Rat in Kirtland des Pfahles Zion,

 

wir erheben folgende Anklagen gegen Präs. Joseph Smith Jun. wg. LÜGENS UND FALSCHDARSTELLENS; auch wegen ERPRESSUNG – und wegen respektlosen Redens hinter dem Rücken seiner Brüder.

 

Lyman E. Johnson, Orson Pratt. Kirtland, 29. Mai 1837.“ (Brigham Young University Studies, Sommer 1971, S. 327) Quelle: http://www.mormonismusschatten.de.tl/35-.--Spekulation%2C-illegale-Bankgesch.ae.fte-und-Geldf.ae.lscherei.htm

 

Der Apostel Orson Pratt, sowie Lyman E. Johnson, hatten darin Joseph Smith beschuldigt, weil dieser die Leute über die Bank belogen hatte, denn, die staatliche Genehmigung nicht vorlag, bzw. später verweigert wurde. Hierzu William E. McLellin, ein früherer Mormonenapostel:

 

„Daher wurde bald beschlossen, dass eine Kirtland-Bank gegründete werden müsste, um ihre Schätze aufzubewahren, und um ihnen zu helfen, mehr zu bekommen. So gierig waren sie und so zuversichtlich auf Erfolg, dass sie nicht einmal darauf warteten, eine Genehmigung vom Staat zu bekommen, sondern sie schienen zu denken, dass sich alles ihrem Willen beugen müsste – und somit brachen sie das Gesetz des Landes, in dem sie leben, was ihnen am Ende die schnelle Vernichtung brachte.“ (Ensign of Liberty, Kirtland, Ohio, März 1847, Seite 7) Quelle:http://www.mormonismusschatten.de.tl/35-.--Spekulation%2C-illegale-Bankgesch.ae.fte-und-Geldf.ae.lscherei.htm

 

Schon im Jahr 1835 zeichnete sich das beginnende Zerwürfnis zwischen den beiden Freunden Joseph Smith Jun. und Oliver Cowdery ab. Schuld daran war die Beziehung, des bereits mit Emma verheirateten Joseph Smith, das er mit einem seiner Dienstmädchen, Fanny Alger (damals 16 Jahre alt) hatte, und die er im selben Jahr durch eine, auch vor seiner Frau Emma, geheim gehaltene Zeremonie als Zweitfrau genommen hatte, woraufhin Oliver ihn des Ehebruchs zu Recht beschuldigte. Am 21. Januar 1838 schrieb er darüber seine Bruder, und bekräftigte darin seine Anschuldigungen gegen Joseph Smith Jun., indem er diese Beziehung eine „schmutzige, ekelhafte, dreckige Affäre“ nannte. Zum ersten Mal stellte Oliver Cowdery sich gegen den „Propheten“, wobei er außer der Affäre mit Fanny Alger auch die Tatsache anführte, dass Joseph Smith sich seiner Meinung nach zu sehr um die weltlichen Angelegenheiten (z.B. die Kirtland Bank) als um die geistigen Angelegenheiten kümmern würde. Dieses Zerwürfnis, und weil Oliver Cowdery sein Herz auf der Zunge trug, führten letztendlich dazu, das er am 12. April 1838 ausgeschlossen wurde. Begründet wurde dieser Ausschluss nicht etwa damit, was Oliver Cowdery gegen Joseph Smith Jun. vorbrachte, sondern damit, dass er in der Kirche inaktiv gewesen wäre, und als Anwalt gegen die Kirche für seine Mandanten vorgehe, weil diese Schadensersatz von der Kirche für ihre Verluste beim Bankrott der Kirtlandbank haben wollten.Sein Amt des „Zweiten Ältesten“ übernahm zunächst John C. Bennett, und nach dessen Ausscheiden wurde das Amt vom Bruder Joseph Smiths, von Hyrum Smith, übernommen.

Oliver Cowdery verließ die Kirche, weil er sich zu Recht ungerecht behandelt fühlte, und zudem war er sehr verletzt und aufgebracht darüber, wie mit seinen Anschuldigungen gegen Joseph Smith Jun. vorgegangen war. Es beendete sein Studium der Juristerei, und arbeitete als Anwalt, zuerst in Kirtland, Ohio, dann, ab 1840 in Tiffin, Ohio, von wo er schließlich nach Wisconsin im Jahr 1847 zog. Politisch war er in der demokratischen Partei tätig, für die er für den Kongress kandidieren wollte. Als aber seien Mitwirkung beim Betrug um das Buch Mormon bekannt wurde, nämlich, dass er einer der drei Zeugen war, wurde er in den Zeitungen karikiert und verlor die Wahl, auf die er so große Hoffnungen gesetzt hatte.

Eine Andeutung in einem Gedicht, das im Times & Seasons, Band 2, Seite 482 stand, besagt, dass Oliver Cowdery sein Zeugnis vom Buch Mormon später leugnete. Er wurde nach seinem Ausschluss Mitglied einer methodistischen Kirche in Tiffin, und hatte sich zu der Zeit vom Mormonismus längst verabschiedet. In dieser Kirche diente er in verschiedenen Berufungen (Superintendent der Sonntagsschule und Sekretär), und war ein anerkanntes Mitglied seiner Kirche (D. Michael Quinn: The Mormon Hierarchy: Origins of Power, Signature Books, 1994, S.545).

Auch während seines Ausschlusses blieb Oliver Cowdery mit einigen Mormonen freundschaftlich in brieflichen Kontakt miteinander verbunden. In diesen Briefen beklagte er vor allem die Intoleranz der Kirchenführung Andersdenkender, sowie die Praxis der Polygamie (zu diesem Thema später mehr). Sein Wunsch, erneut Mitglied der Mormonen zu sein, wo er jemand war, wurde im Jahr 1848 immer stärker, und so fuhr er nach Winter Quarters, Nebraska, um dort den nach des Todes von Joseph Smith neuen Mormonenproheten Brigham Young zu besuchen und mit ihm zu reden. Am 12.November 1848, nachdem er sich stundenlangen Verhören unterziehen mußte, wurde er von Orson Hyde, einem Mormonenapostel, erneut getauft, erhielt seine früheren Funktionen jedoch nicht zurück.
Warum ließ er sich taufen? Wo er sich doch niemals mit den Mormonen vollkommen versöhnte, und viele bei den Mormonen gegen seine Taufe waren? Der Gospel Herald
vom 1. November 1849 schreibt darüber:

 „Man kann weiterhin beobachten, daß sie Oliver Cowdery nie als einen der ihren erwähnen. In Wahrheit ist er kein Mann für sie. Es war ein sonderbarer Anfall von Manie, der ihn zu ihnen führte, und scheint für ihn nur einige Wochen gedauert zu haben ... in keinem einzigen Moment anvertrauten sie ihm irgendwelche Macht.“ (Zitiert in Jerald & Sandra Tanner: Case Against Mormonism, 1968, S.28.) Quelle: http://www.mormonismusschatten.de.tl/35-.--Spekulation%2C-illegale-Bankgesch.ae.fte-und-Geldf.ae.lscherei.htm

 

Er wollte mit den Mormonen, die damals auf der Flucht und der Suche nach einer neuen Heimat waren, mit in die Rocky Mountains ziehen, jedoch sein Tod am 3. März 1850 im Hause seines Schwagers David Whitmer (ebenfalls einer der drei Zeugen des Buches Mormon) in Richmond, Missouri, verhinderte das. David Whitmer

David Whitmer sagte aus, dass, als Oliver starb, er das in dem Glauben tat, dass Joseph Smith ein gefallener Prophet war, und die Lehre und Bündnisse falsche Offenbahrungen enthielten. (An Address to All Believers in Christ, 1887, S.1f.).

Ob er jedoch sein Zeugnis vom Buch Mormon zurücknahm, ist unbekannt.

 

David Whitmer

 

 

David Whitmer wurde als Sohn des Peter Whitmer und der Mary Muselman Whitmer am 7.Januar 1805, in der Nähe von Harrisburg, Pennsylvania, geboren. Im Jahr 1809 zog die Familie Whitmer nach Fayette, New York, wo sie eine Farm bewirtschafteten. Von Oliver Cowdery erfuhren sie etwas über das Buch Mormon. David Whitmer lud Joseph Smith und seine Frau Emma, sowie Oliver Cowdery ein, dort zu sein, um die Übersetzung des Buches Mormon zu vollenden, dass durch die Verfolgung der Familie Smith in Harmony unmöglich wurde.

Joseph Smith verhieß Martin Harris, ebenso wie Oliver Cowdery und David Whitmer, dass sie von Gott dazu ausersehen wären, die Goldenen Platten zu sehen, und der Menschheit zu bezeugen. Der Engel erschien, und danach sahen sie, so ihr Zeugnis im Buch Mormon, die Goldenen Platten, was sie bezeugten, auch David Whitmer.

Im Jahr 1829 wurde David Whitmer als Missionar berufen, zusammen mit seinen Brüdern (LuB 14:6, 15:6,16:6). Trotz seiner engen Freundschaft zu Joseph Smith, tadelte dieser ihm öfters durch seine „Offenbarungen“, wie etwa hier:

 

"Dein Sinn war mehr auf die Dinge der Erde gerichtet als auf das, war von mir, deinem Schöpfer, ist, und auf dem geistlichen Dienst, zu dem du berufen worden bist; und du hast meinen Geist und denen, die über dich gesetzt sind, keine Beachtung geschenkt, sondern bist von denen überredet worden, denen ich kein Gebot dazu gegeben habe." (LuB 30:2)

 

David Whitmer zog mehrmals mit den Mitgliedern seiner Kirche um, und ließ sich dann in Kaw (heute Kansas City) nieder, wo er sehr enttäuscht darüber war, das ein „Zion“ nicht gebildet werden konnte. Aufgrund diverser Streitigkeiten zwischen Mormonen und Nichtmormonen wurden David Whitmer und andere Führer der Mormonen von Nichtmormonen mit dem Tode bedroht, wenn diese nicht sagen würden, dass das Buch Mormon ein Schwindel sei. David Whitmer leugnete nicht.

Die Familie Whitmer siedelte, nachdem sie vertrieben wurden, sich mit anderen Mormonen im Kreis Cay an, wo bald ein Pfahl (ähnlich wie eine Diözese/Bistum in der katholischen Kirche) gegründet wurde, dessen erster Pfahlpräsident im Juli1834 David Whitmer war.

Oktober 1834 zogen David und John Whitmer nach Kirtland, um in den gerade fertig gestellten Tempel zu besuchen. Später, im Februar 1835, wählten die drei Zeugen des Buches Mormon die zwölf Männer aus, die dann als Apostel der Mormonen bekannt werden sollten. Als der Tempel in Kirtland am 27. März 1836 geweiht wurde, bezeugte er, dass der Heilige Geist anwesend gewesen sei.

Aufgrund des selbst gemachten Bankrotts der Kirtlandbank, des Vermögensverlustes vieler treuer Mormonen, darunter auch David Whitmer, wollten einige Mormonen Joseph Smith absetzen, und unter anderem David Whitmer an dessen Stelle setzen. Da er Joseph Smith öffentlich kritisierte, wurde er am 13. April 1839 aus der Mormonenkirche ausgeschlossen. Da er jedoch weiter sich den Mund nicht verbieten lassen wollte, bekamen er, wie Oliver Cowdery und andere, von den DANITEN, einer von Joseph Smith gegründeten Organisation, die Andersdenkende innerhalb und außerhalb des Mormonentums durch Schläge, Kastration oder Mord bestraften (näheres dazu auf dieser Internetseite: http://www.daniten.de.tl/DIE-DANITEN.htm) den folgenden Drohbrief:

 

Mit Grüßen an Oliver Cowdery, David Whitmer, John Whitmer, William W. Phelps, und Lyman E. Johnson:
Da die Bürger der Caldwell-Grafschaft von euch verschiedene Male und bei verschiedenen Gelegenheiten Beschimpfungen erduldet haben, bis es nicht mehr zu ertragen war… ihr werdet die Grafschaft verlassen und keine Macht wird euch retten… wenn ihr nicht geht, werden wir die in unserer Macht stehenden Mittel anwenden, die euch gehen lassen werden; denn ihr werdet gehen… die Rache schläft nicht, auch schlummert sie nicht;… es gibt nur einen Ratschluss für euch, der lautet: verschwindet, verschwindet oder ein viel schlimmeres Unheil wird euch ereilen… Wegen der Beschimpfung, wenn nicht noch mehr, und eurer Androhung, uns zu erschießen, wenn wir versuchten, euch zu belästigen, werden wir euch aus der Grafschaft von Caldwell schaffen: So helfe uns Gott.
(Brief, zitiert im Senate Document 189, 15. Feb. 1841, S. 6-9)

 

Sofort zog er mit seiner Familie nach Richmond, Missouri, denn er wußte genau, dass diese von Joseph Smith gegründete Organisation keine leeren Versprechungen machte. In Richmond machte er einen Pferdemietstall auf, und führte diesen bis 1888. Er war außerdem Stadtrat, Bürgermeister und auch sonst ein geachteter Bürger seiner Stadt.

Im Jahr 1887,also ein Jahr vor seinem Tod, schrieb er das Pamphlet AN ADRESS TO ALL BELIEVERS IN CHRIST, indem er sein Zeugnis vom Buch Mormon in dem Sinne relativierte, in dem er zugab, die Goldenen Platten nur „geistig“ gesehen zu haben, und das er von Gott offenbart bekommen haben will, das Joseph Smith ein gefallener Prophet wäre, der zunehmend Gottes Botschaft verfälscht hätte. Hier aus dem Original (Seite 27):

 

“If you believe my testimony to the Book of Mormon; if you believe that God spake to us three witnesses by his own voice, then I tell you that in June, 1838, God spake to me again by his own voice from the heavens, and told me to 'separate myself from among the Latter-day Saints, for as they sought to do unto me, so should it be done unto them.' In the spring of 1838, the heads of the church and many of the members had gone deep into error and blindness. I had been striving with them for a long time to show them the errors into which they were drifting, and for my labors I received only persecutions." Quelle: http://www.exmormon.org/file9.htm

 

David Whitmer verstarb am 25. Januar 1888 in Richmond, Missouri, wo er, so die Aussage der Mormonen, auf seinem Totenbett sein Zeugnis von der Echtheit des Buches Mormon bekräftigt haben soll.

Eine Publikation der heutigen Zeit schreibt über sein Pamphlet das folgende:

 

There is an irony about these usually mean-spirited publications(...) On the other hand, even traditional LDS historians and devotional historians today use nearly every one of those apostate publications as important sources for understanding what happened in nineteenth-century Mormonism.  Why? Because these apostate authors were knowledgeable insiders about the Mormon past.  That's the irony of trying to dismiss historical information by attacking the messenger.  In other words, even in the extreme case of apostate literature, the message is more important and complex than the label you give the messenger.

Quelle: http://www.sunstoneonline.com/magazine/searchable/Issue87.asp

 

Frei übersetzt bedeutet es, dass selbst mormonische Historiker die sonst so verachteten Schriften von Abtrünnigen benutzen, weil nur diese ihnen, da sie Insider waren, die nötigen Erkenntnisse darüber liefern können, wie es damals war. Anders ausgedrückt: Die Botschaft wird geschätzt, der Botschafter verdammt!

Martin Harris

 

Martin Harris, ein wohlhabender Farmer aus dem Bundesstaat New York, war nicht nur einer der drei Zeugen des Buches Mormon, sondern auch der finanzier des Druckes sowohl des Buch Mormon als auch des Buches der Gebote, das später in Lehre und Bündnisse umbenannt wurde.

Geboren wurde Martin Harris am 18. Mai 1783 in Easton, im Bundesstaat New York, ein Flecken Erde, der heute nicht mehr Easton, sondern Saratoga heißt. Über seine Kindheit und Jugend ist, soweit ich forschen konnte, nichts bekannt, was der Erwähnung wert wäre.

Martin Harris heiratete am 27. März 1808 seine Cousine Lucy. Gemeinsam zogen sie sechs Kinder groß. Als der Krieg von 1812 begann, diente Martin Harris bei der Schlacht von Buffalo als Kutscher. 1814, bei der Schlacht von Puttneyville war er Feldwebel in der 39.Milizeinheit des Bundesstaates New York, und kehrte, mit Orden behaftet, aus dem Kriege heim. Er erbte kurz darauf ein Grundstück mit 60 Hektar Land, das im Jahr 1828 auf mehr als die doppelte Menge angewachsen war. Seine Frau, die ihn sehr liebte, beschrieb ihn als warmherzigen und fleißigen Menschen, als liebevollen und aufmerksamen Ehemann, und als ausgezeichneten Familienernährer. Seine Freunde und Bekannten hingegen beschrieben diesen 170cm großen, mit hellem Teint behafteten blauäugigen und braunhaarigen Mann, der seinen Kinn- und Backenbart sehr pflegte, und gerne einen großen Hut trug, als aufrichtigen und ehrlichen Menschen, großzügig und mit einem Sinn für gute Nachbarschaft, der seinem Geschäftssinn in nichts nachstand. Was er z.B. dadurch bewies, das er den Bau des Eriekanal finanziell unterstützte.

Sieben Jahre lang war er der Straßenaufseher von Palmyra, weil in die Bürger dazu wählten. Und er war als christlicher Demokrat politisch sehr interessiert. Harris, der sich als kirchlich ungebundenen Christen bezeichnete, war ein Suchender auf seine eigene Weise. So wartete er, als Anhänger des Gedankens, dass eines Tages die Urkirche Christi wiederhergestellt werden würde, auf eben diesen Tag.

Kurz, nachdem die Familie Smith nach Palmyra umgezogen war, lernte Martin Harris im Jahr 1816 den jungen Joseph Smith kennen. Der Vater von Joseph Smith, Joseph Smith Sen. Erzählte Martin Harris etwa im Jahr 1824 von den Goldenen Platten und dem Besuch Moronis bei seinem Sohn, und Herbst 1827 willigte Harris ein, bei der Veröffentlichung des späteren Buch Mormons mitzuhelfen. So sicherte er die Goldenen Platten,  laut einiger Aussagen, vor Diebstahl, und bezahlte den Umzug von Joseph Smith und seiner Familie von Manchester nach Harmony in Pennsylvania.

Februar 1828 besuchte Martin Harris Joseph Smith, und ließ sich von ihm eine Abschrift und eine Übersetzungsprobe der Schriftzeichen aus den Goldenen Platten geben, weil er sie, auf Druck seiner Frau und anderer, Gelehrten der damaligen Zeit zeigen wollte, weil er sich dadurch erhoffte, das ihre Expertisen das Buch Mormon theologisch und finanziell interessant machen würde. Diese Gelehrten waren: Samuel Latham und ein gewisser Mitchill, und ein Professor Charles Anthon, denn Joseph Smith und Martin Harris glaubten, dass sich eine Prophezeiung in Jesaja 29 erfüllen würde, wo es heißt, das ein unbelesener Mensch ein Buch übersetzen würde.

Von April bis Juni 1828 fungierte Martin Harris als der Sekretär von Joseph Smith, und in dieser Zeit entstanden die berühmten 116 Seiten des verloren gegangenen Manuskripts, von dem später noch die Rede sein wird.

Martin Harris überredete seinerseits Joseph Smith, auch um seine Familie auf die Seite der Mormonen zu bringen, denn diese war der ganzen Sache gegenüber eher skeptisch eingestellt, die 116 Manuskriptseiten für einige Zeit zu überlassen, damit er sie seiner Familie zeigen könne. Joseph Smith willigte ein. Martin Harris, der in den folgenden Wochen nicht in seinem Haus war, weil er Geschäftliches erledigen mußte, bzw. Verwandte besuchte, und als Geschworener beim Gericht eingeteilt war, ließ die 116 Seiten zu Hause, wo er meinte, dass diese sicher wären. Laut der Aussage seiner Frau wurden diese angeblich gestohlen, doch später gab sie zu, das Manuskript verbrannt zu haben. Sie hatte Angst, dass das Geld, was ihr Mann für den Druck und die Verbreitung des Buches Mormon ausgeben wollte, verloren wäre. Auch glaubte sie, dass viele Menschen und Geistliche die Veröffentlichung boykottieren würde, was es noch schwieriger machen würde, das eingesetzte Geld wieder zurückzubekommen. Martin Harris, der sich für den Verlust der 116 Seiten schämte, gab seine Tätigkeit bei Joseph Smith deswegen auf. Smith erhob keine Einwände.

Joseph Smith erhielt in diesem Zusammenhang eine „Offenbarung“ im Sommer 1828, in dem angeblich Gott die Motive der Diebe aufdeckte. Es wäre ihre Absicht gewesen, so „Gott“ durch Joseph Smith, das Joseph Smith eine weitere Übersetzung der selben Seiten anfertigen würde, und, wenn diese dann denselben Inhalt aufweisen würde, wäre das erste Manuskript geändert worden, um Joseph Smith als falschen Übersetzer zu diskreditieren. (LuB 10)

Daraufhin wurden nicht mehr dieselben Dinge noch einmal übersetzt, sondern etwas von den „Kleinen Platten Nephis“.

In diesem Zusammenhang möchte ich an Sie, geneigte LeserIn, einige Gedanken richten:

 

Ø  Martin Harris war die Person, die das Manuskript geschrieben hatte, und eine Änderung der Schrift wäre sofort aufgefallen, da seine Handschrift ZU bekannt war.

 

Ø  Die Bewohner des Staates New York, ja, der gesamten bewohnten USA der damaligen Zeit, meist sehr religiös und spiritistisch eingestellt, wären eher an einem Beweis FÜR als GEGEN das Buch Mormon interessiert gewesen. Die Aussage von Smith, das hinter allem der Teufel stecken würde, scheint mir eher der Versuch zu sein, vom wahren Sachverhalt abzulenken, und auch davon, wer hier die wirkliche Schuld trug

 

Ø  Hätte Gott, denn schließlich ist „ER“ der Schöpfer des Universums, nicht einige popelige Seiten beschützen können? So, wie er angeblich die Goldenen Platten schützte?

 

 

Mir kommt diese Geschichte sehr verdächtig vor. Ihnen auch? Ich denke, das Joseph Smith Probleme bekam, als die Seiten verschwunden waren, und er sich darum die Satanserklärung einfielen ließ.

Aber nun weiter in der Lebensgeschichte von Martin Harris:

 

Es war Juni 1829, als Joseph Smith sich gemeinsam mit David Withmer, Martin Harris und Oliver Cowdery trafen, um zu beten, wobei sie jedoch keine Antwort erhielten. Martin Harris, wegen dem Verlust der 116 Seiten immer noch betrübt, meinte, das Gott nicht wegen ihm antworten würde, und zog sich aus der Gruppe der anderen zurück. Joseph Smith, Oliver Cowdery und David Whitmer beteten noch einmal, und als Antwort auf ihr Gebet sollen ihnen, so die Aussagen, der Engel Moroni erschienen sein, der ihnen die Goldenen Platten gezeigt haben soll, was er angeblich bei Martin Harris wiederholte. Gott soll, so die Aussage von Harris, durch seine Stimme, ihm bestätigt hat, dass die Übersetzung richtig wäre (dazu später mehr), und Jesus Christus soll ihm geboten haben, davon Zeugnis zu geben. Dieses „Zeugnis“ findet sich heute im Buch Mormon.

Martin Harris nahm eine Hypothek von dreitausend Dollar auf seine Farm auf, um den Druck des Buchs Mormon bei dem Drucker Grandin zu bezahlen. Im Jahr 1831 (7.April) einen Teil der Farm, um die Druckkosten bezahlen zu können.

Als die Mormonen sich offiziell als Kirche gründeten, war Martin Harris anwesend, und wurde am selben Tag, dem 6. April 183o, von Oliver Cowdery getauft. Mai 1831 zog er mit anderen Mormonen nach Kirtland, Ohio, während seine Frau weiter mit den gemeinsamen Kindern in Palmyra blieb. Kirtland sollte für eine Weile der Hauptsitz der Mormonen werden.

Ein Tempel wurde in Kirtland gebaut, den Harris finanziell und durch seine Arbeitskraft unterstützte. Er ging auch auf Mission, und wurde 1834 Mitglied des ersten Hohen Rates der Mormonen. Gemäß einer früheren „Offenbarung“ (LuB 18:37f)erwählten er und die beiden anderen Zeugen des Buches Mormon die zwölf Apostel

Der Tempel von Kirtland wurde im Jahr 1836geweiht, wobei Harris anwesend war. Im selben Jahr starb seine Frau Lucy, und nur vier Monate später heiratete er Caroline Young, eine Nichte Brigham Youngs, des späteren Mormonenproheten. Beide hatten sieben Kinder miteinander.

Als die Geschichte mit der Kirtland Bank begonnen hatte, zerstritten sich Sidney Rigdon und Martin Harris, und Harris weigerte sich, das wertlose Papiergeld der Bank drucken zu lassen und Harris wurde deshalb am 3. September 1837 aus seiner Position im Hoherat vom Hoherat des Pfahls entlassen, und Ende Dezember 1937ausgeschlossen.. Anfang November 1842

wollte er wieder getauft werden.

Harris fuhr, von einer Splittergruppe der Mormonen finanziert, nach England auf Mission, zu einer Zeit, als der berühmte „Treck nach Utah“ stattfand. Als er aus dem Reich der Königin zurück in die Staaten kehrte, wurde er erneut wohlhabend. Harris fühlte sich immer noch mit den Mormonen, die ihn so schändlich behandelt hatten, verbunden, weswegen er sich auch als Mormonenprediger in einer Volkszählungsliste des Jahres 1860 eintrug.

Am 30. August des Jahres 1870 erreichte Martin Harris, auf Einladung vieler prominenter Mormonen, als siebenundachtzigjähriger alter Mann mit der Eisenbahn nach Salt Lake City, begleitet von Edward Stevenson, und wurde am 17. September 1870 erneut getauft, nachdem er seinen Glauben als Mormone bezeugt hatte. Am 10.Juli 1875 verstarb Martin Harris, kurz nachdem er erneut bezeugte, dass das Buch Mormon von Gott kommen würde.

Martin Harris sagte kurz vor seinem Tod:

 

„Ja, ich habe die Platten gesehen, auf denen das Buch Mormon geschrieben wurde. Ich habe den Engel gesehen, ich habe die Stimme Gottes gehört und ich weiß mit Bestimmtheit, dass Joseph Smith ein wahrer Prophet Gottes ist, der die Schlüssel des heiligen Priestertums innehat.“ („Das letzte Zeugnis des Martin Harris“, aufgezeichnet von William H. Homer in einer eidesstattlichen Aussage vor J. W. Robinson, 9. April 1927, Historische Abteilung der Kirche.) Zitatquelle: http://www.mormonentum.de

 

Interessant ist, wie Martin Harris von mormonischen und nichtmormonischen Quellen gesehen wurde: Hier herrschte seltene Einheit! Zeitgenössische Quellen bezeichneten Harris als „schwach in Körper und Geist“, wie in den Des Moines Daily News vom 16.Oktober 1886, und selbst mormonische Quellen geben zu, das Harris im religiösem Sinne wankelmütig (instabil) war, und leicht zu beeinflussen (E. Cecil McGavin: The Historical Background for the Doctrine & Covenants, S.23). In einer Dissertation über Martin Harris schrieb der Autor Wayne C. Gunnell im Jahre 1955:

 

„Martins Motive für die Taufe zu dieser Zeit sind nicht bekannt, aber die Angaben späterer Begebenheiten deuten auf einen Mangel an Ernsthaftigkeit hin.“ Zitatquelle: http://www.mormonentum.de

 

Dann zitierte der Autor einen Brief an Brigham Young, geschrieben im Jahr 1844 von Pineas Young, in dem es hieß:

 

 „Martin Harris glaubt fest an die Shaker und sagt, sein Zeugnis sei größer als das vom Buch Mormon“ (Wayne C. Gunnell: Martin Harris – Witness and Benefactor to the Book of Mormon, BYU-Dissertation, 1955, S.52). Zitatquelle:http:www.mormonentum.de

 
Mit den „Augen des Glaubens“ gesehen

 

Haben Martin Harris, Oliver Cowdery und David Whitmer wirklich den Engel Moroni samt den Goldenen Platten gesehen? Haben sie um des Glaubens willen geschwindelt, oder waren sie wirklich überzeugt, einen Engel mit Goldenen Platten gesehen zu haben? Sahen alle drei Männer den Engel und die Goldenen Platten an einem Tag, an mehreren aufeinander folgenden Tagen, und, sahen sie es gemeinsam?

Die Mormonenkirche stellt es so dar, als ob alle drei Männer der ersten Zeugengruppe GEMEINSAM die Goldenen Platten und den Engel sahen, doch, wie wir bereits wissen, sonderte sich Martin Harris ab. Was war also wirklich geschehen?

Sagte jemand von den Mormonen aus, dass die drei Zeugen des Buches Mormon immer sagten, dass sie den Engel und die Platten in einer „visionären“ Art und Weise sahen?

In „History of the Church” steht, das die drei Zeugen:

 

„die Platten zu Gesicht bekommen, ebenso die Brustplatte, das Schwert Labans, den Urim und Thummim, ... sowie den wundertätigen Richtungsweiser, der Lehi in der Wildnis gegeben wurde“ Quelle: History of the Church, Band 1, S.54, Zitat gefunden bei: http://www.mormonentum.de)

 

Nachdem sie gebettelt haben, die Platten sehen zu dürfen, „gewährt“ Gott (Joseph Smith) ihnen ihre Bitte? Praktisch, dass bei der „Übersetzung“ des Buches Mormon auch gleich Zeugen erwähnt werden, die darum betteln, dass er Gott fragen soll, ob sie diese drei Zeugen wären, oder?

Doch was geschieht, als alle in den Wald marschieren, um zu beten? Antwortet Gott? Sendet er seine himmlischen Heerscharen, oder wenigstens einen popeligen Engel auf die Erde, damit die Neugier von mindestens drei Personen befriedigt ist?

Nichts geschieht!

Keine Engel, kein Gott, ja noch nicht einmal eine Vision wird sichtbar!

Was für eine Pleite für Joseph Smith, das Übersetzungsgenie!

Was geschah dann, als sie noch mehr beteten, und wieder nichts geschah?

Als Martin Harris, der, wegen der verlorenen 116 übersetzten Seiten voller Schuldgefühle geplagt (die ihm vermutlich von Joseph Smith oder anderen eingeredet wurden), die anderen verlässt, sehen die anderen beiden plötzlich diese Platten, wobei sie nichts von den anderen verheißenen Gegenständen erwähnten, die sie sehen sollten. Joseph Smith erzählte, das er Martin Harris suchte, ihn auch fand, und dieser ausrief: „Es ist genug, es ist genug; meine

Augen haben gesehen, meine Augen haben gesehen“. (Seite 55). Martin Harris sagte später dazu, er:

 

„...habe die goldenen Platten nie gesehen, nur in einem visionären oder benebelten Zustand ... Nach etwa drei Tagen ging ich in den Wald, um zu beten, damit ich die Platten sehen könnte. Während ich betete verfiel ich in einen Zustand von Benebelung, und in diesem Zustand sah ich den Engel und die Platten“ (Anthony Metcalf: Ten Years Before the Mast, nicht datiert, Mikrofilmkopie, S.70f.).Zitatquelle: http://www.mormonentum.de

 

Stephen Burnett, ein ehemaliger Mormonenführer, schrieb am 15. April des Jahres 1838 einen Brief, indem er folgendes erzählte, wie er Martin Harris öffentlich sagen hörte, dass er die Goldenen Platten nur visionär gesehen hätte, und deshalb gezögert hätte, die Aussage zu unterschreiben, er aber von Joseph Smith und den anderen Zeugen dazu überredet wurde. (Stephen Burnett: Brief in Joseph Smith Papers, Letter Book. Kopie und getippte Abschrift in den Unterlagen im Büro des Instituts für Religiöse Forschung.)

Auch David Whitmer bezeugte später, dass er die Übersetzer in einer Vision sah. Als Martin Harris später gefragt wurde, ob er die Goldenen Platten gesehen und sie berührt hätte, sagte er, dass er alles mit seinen „geistigen“ Augen gesehen hätte (Wilford C. Wood, Joseph Smith Begins His Work, Band 1, 1958, Einleitung). Es handelt sich um einen fotomechanischen Nachdruck der ersten Ausgabe [1830] des Buches Mormon. Es enthält auch biographische und geschichtliche Informationen bezüglich des Buches Mormon. diese Erklärung, wie das obige Zitat stammen ebenfalls von http://www.mormonentum.de ab)

Oliver Cowdery, der Zweite der ersten drei Zeugen, war ein Cousin Joseph Smiths, und teilte mit ihm die Leidenschaft für übernatürliche Dinge. Er arbeitete gerne mit Wünschelruten, und war der Meinung, dass unsichtbare Wesen um uns herum wären.

In einer Geschichte, die Brigham Young, der zweite Prophet der Mormonen, berichtete, wie Oliver Cowdery erzählte, dass er gemeinsam mit Joseph Smith in den Hügel Cumorah ging, und die Goldenen Platten auf einem Tisch ablegten. Dort wären auch, so Cowdery, Berge goldener Platten und ein beschriftetes Schwert gewesen (Journal of Discourses, Band 19, S.38)

Wie Dean C. Jessee in seinem Buch The Personal Writings of Joseph Smith auf Seite 8 beschrieb, sah Oliver Cowdery, nach dem Zeugnis von Joseph Smith, schon zum Zeitpunkt als Vision die Goldenen Platten, als er der Schreiber Joseph Smiths wurde.

Hingegen war das Zeugnis des dritten Zeugen der ersten Zeugengruppe etwas ungenauer, aber auch er soll die Goldenen Platten und den Engel Moroni in einer Vision gesehen haben. So war jedenfalls seine Aussage, als er im Jahr 1885 von Zenas Gurley interviewt wurde.

Alle drei Zeugen sagten also aus, dass sie die Goldenen Platten nicht mit ihren tatsächlichen Augen, sondern ihren visionären Augen sahen, was im Gegensatz zu den Behauptungen der Mormonen steht, dass sie die Platten und den Engel tatsächlich sahen. David Whitmer „sah“ die Platten an diesem Tag zu ersten Mal, im Gegensatz zu Oliver Cowdery und Martin Harris, die in einer Vision Tage vorher und Oliver gar mehrmals vorher, was ebenfalls von den Mormonen verschwiegen wird. Und Martin Harris sah die Platten alleine, drei Tage später als Whitmer und Cowdery sie angeblich sahen. Vor Gericht wäre so ein Zeugnis nicht mehr glaubwürdig!

In Kirchenpublikationen wird oft ein Bild gezeigt, dass die anderen acht Zeugen des Buches Mormon im Wald gemeinsam die Goldenen Platten sehen. Aber, wie John Whitmer, einer der acht Zeugen glaubhaft aussagte, „zeigte“ Joseph Smith den ersten vier Zeugen die Platten in seinem Haus, und später weiteren vier Menschen, was allein schon ihre Aussage

unglaubwürdig sein lässt (Deseret Evening News, 6. August 1878, Brief an den Redakteur von P. Wilhelm Poulson, M.D., getippte Abschrift, S.2). Die erste Gruppe bestand aus den vier Whitmer-Brüdern, während die zweite Gruppe aus dem Vater und zwei Brüdern von Joseph Smith (Hyrum und Samuel), sowie Hiram Page, der mit einer der Schwestern der Whitmers verheiratet war. Alle Zeugen des Buches Mormon, mit Ausnahme von Martin Harris, waren also miteinander verwandt. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt!

Nur drei der acht Zeugen, nämlich Samuel und Hyrum Smith, sowie John Whitmer sagten aus, dass sie die Platten berührt hätten. Und angeblich soll auch der Bruder der beiden, William, die Platten gesehen, berührt und gehoben haben (Zion's Ensign, S.6, 13. Januar 1894).

Hiram Page, einer der acht Zeugen, sagte niemals persönlich aus, das er die Platten sah, sondern bestätigte stattdessen immer wieder die „übernatürlichen Kräfte“ von Joseph Smith beim verfassen des Buches. Unter anderem sagte er:

 

„Und zu sagen, daß diese heiligen Engel, die kamen und sich mir zeigten, als ich durch das Feld lief, um mir die Arbeit des Herrn in den letzten Tagen zu bestätigen – drei davon kamen später zu mir und sangen ein Lied in ihrer eigenen reinen Sprache; ja, man würde den Gott des Himmels mit Verachtung strafen, sollte man diese Zeugnisse bestreiten.“ (Ensign of Liberty, 1848, zitiert in Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Band 7:4, Winter 1972, S.84.) Zitatquelle: http://www.mormonentum.de

 

Selbst Joseph Smith glaubte, dass einige seiner Zeugen der Goldenen Platten sehr “unsichere und schlechte Kandidaten” wären. So schrieb er:

 

Solche Charaktere wie McLellin, John Whitmer, David Whitmer, Oliver Cowdery und Martin Harris sind zu schäbig, um erwähnt zu werden; und wir hätten sie gern vergessen.“ (History of the Church, Band 3:232 http://www.mormonentum.de)

 

All diese oben erwähnten Männer wurden ausgeschlossen und/oder vertrieben, indem man Rufmord an ihnen beging, denn es wurde dreist behauptet, ohne diese je bewiesen zu haben, das die Erwähnten sich einer Bande von Kriminellen der übelsten Art angeschlossen hätten, wie ein Dokument des Senats (Nr. 189, 1841, Seite 9) belegte. Damit wurden diese Männer in Misskredit gebracht, und andere, potentielle „Unruhestifter“ dazu gebracht, sich ihre Schritte reiflich zu überlegen.

Nach Durchsicht aller Beweise und Zeugenaussagen steht für mich außer Zweifel, dass weder Joseph Smiths „Zeugnis“, noch dem der anderen 11 Männer zu glauben ist.

Ich möchte in diesem Zusammenhang an das Zeugnis von David Whitmer erinnern, der in seiner Schrift Address to all Believers in Christ, schrieb:

 

„Wenn sie meinem Zeugnis vom Buch Mormon glauben; wenn sie glauben, daß Gott zu uns drei Zeugen mit seiner eigenen Stimme sprach, dann sage ich ihnen, daß im Juni 1838 Gott wiederum mit seiner eigenen Stimme zu mir sprach und mir sagte, mich ’von den Heiligen der Letzten Tage zu trennen, denn was sie mir tun wollten, das soll ihnen geschehen.‘ Im Frühjahr 1838 verfielen die Führer der Kirche und viele Mitglieder in tiefe Fehler und Blindheit. Ich habe eine lange Zeit mit ihnen gekämpft, um ihnen die Fehler zu zeigen, in die sie abtrieben, und für meine Arbeit empfing ich nur Verfolgung.“ (S.27, http://www.mormonentum.de)

 

Whitmer verwob sein Zeugnis des Buches Mormon mit dem, dass Joseph Smith ein „gefallener Prophet“ war. Wenn wir das eine glauben, müssten wir auch das andere glauben, oder?

Im Jahr 1847 war keiner der 11 Zeugen noch Mitglied der Mormonen, die von Brigham Young geführt wurden. Fünf der Zeugen gingen zur Reorganisierten Kirche der Mormonen, die heute Gemeinschaft Christi heißt, und von William McLellin gegründet wurde, die von Oliver Cowdery unterstützt wurde, der er sich aber nie anschloss (D. Michael Quinn: The Mormon Hierarchy – Origins of Power, Signature Books, 1994, S.188).

Was aber sind die reinen Fakten der Geschichte?

Elf Männer bezeugten, Goldene Platten gesehen und/oder berührt zu haben. Drei der Männer sagten, dass sie diese Platten eher geistig als körperlich sahen, zu unterschiedlichen Zeiten und Orten. Die meisten der anderen acht Zeugen waren mit Joseph Smith verwandt, und nur drei von ihnen behaupteten, die Platten gesehen, bzw. angefasst zu haben. Viele der Zeugen verließen Joseph Smith und die Mormonen, weil sie glaubten, dass Joseph Smith ein gefallener Prophet war, und selbst Joseph Smith stellte den Charakter einiger der Zeugen des Buches Mormon in Frage, obwohl sie enge Freunde oder Verwandte von ihm waren.

Die Mormonenführung stellt die Zeugnisse der 11 Zeugen als zuverlässig und unzweifelhaft

dar, während beim näheren Hinsehen schnell klar wird, dass diese Zeugnisse bestenfalls mehrdeutig, in jedem Fall aber widersprüchlich und unzuverlässig sind.

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